Spedition trans-o-flex stellt auf Kunststoffpaletten um

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Nach einem zweijährigen Test stellt die Spedition trans-o-flex im nationalen Fernverkehr auf sogenannte Hygiene-Paletten aus Kunststoff um und will zukünftig auf die klassischen Holzpaletten verzichten.

Unternehmenschef Wolfgang Albeck begründet die millionenschwere Investition wie folgt: „Weil die Hygiene-Paletten deutlich länger halten, sind sie umweltfreundlicher als die traditionellen Holzpaletten und die Investition wird mittelfristig unsere Kosten senken. Außerdem bringt der Umstieg zusätzliche operative Vorteile.“

Die Europaletten aus Holz überstehen bei trans-o-flex im Mittel gerade mal acht Durchläufe. Von den H1-Paletten genannten Ladungsträgern aus Kunststoff hingegen mussten über die gesamte Testdauer von zwei Jahren nur 7% aufgrund leichter Beschädigung ausgetauscht werden. „Die Stabilität und Langlebigkeit des Ladungsträgers hat uns überzeugt.“, meint Albeck.

Pharmakunden verweigern Annahme gebrauchter Holzpaletten

Ein weiterer Vorteil der H1-Palette ist ihr Gewicht. Statt der üblichen 24 kg einer Holzpalette schlagen hier gerade mal 18 kg zu Buche. Bei einem vollen LKW kommt so schnell eine Gewichtsersparnis von 200 kg zustande.

Nicht umsonst hat man dieser H1-Palette den Namen „Hygiene-Palette“ gegeben. Man will damit unterstreichen, dass sie in Aussehen und Sauberkeit weitere Vorteile zu bieten hat. Gerade Pharmakunden legen auf diese Kriterien bekanntlich großen Wert. Diese bestehen auf helle Paletten der Güteklasse A, die nach den Regeln der Good Distribution Practice (GDP) für den Transport pharmazeutischer Güter vorgeschrieben ist. Unbeschädigte H1-Paletten gelten stets als GDP-konform.

Ein Aufsteckrahmen soll weiteren Vorteil bringen

Der Hersteller dieser H1-Paletten hat für das kommende Jahr eine Ausbaustufe des Systems angekündigt. Es soll einen Aufsteckrahmen geben, der die Palette von drei Seiten umschließt. Bei der Beladung sei es so ausgeschlossen, dass ein Collo übersteht. Derart exakt beladene Paletten reduzieren das Risiko einer Warenbeschädigung während des Transports.

Gegebenenfalls können diese Aufsteckrahmen sogar das Folieren ersparen. Der Rahmen kann stattdessen an der offenen Seite mit einem Gurt zusammengezogen werden.

Spediteure sehen Vor- und Nachteile bei der H1-Palette

Simon Wiesholler, Geschäftsführer der SPEWIE Spedition Wiesholler GmbH aus Holzkirchen bei München, sieht die Vor- und Nachteile dieser Kunststoffpaletten. Die erhöhte Umweltfreundlichkeit will er nicht bestätigen. Die Europaletten aus dem Naturprodukt Holz sind hier seines Erachtens deutlich im Vorteil, auch wenn sie öfter ausgetauscht werden müssen. Gerade in Zeiten des ausufernden Plastikmülls sollte man diesen Aspekt ernst nehmen und realistisch bewerten.

Die dauerhafte Güteklasse A sei laut Wiesholler bei den H1-Paletten natürlich ein großer Vorteil. Für eine professionelle Spedition gehört es jedoch zum Tagesgeschäft, diesen Qualitätsanspruch der Pharmabranche auch mit klassischen Europaletten zu erfüllen. Die Spedition SPEWIE wird bei ihren Transporten deshalb auch weiterhin auf die Ladungsträger aus dem Naturprodukt Holz setzen.

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